Mi
06
Feb
2013
Wie das Wort "bequem" plötzlich eklig wurde.
Convenience Food heißt "bequemes Essen". Das bedeutet, die Leute von der Nahrungsmittel-Industrie nehmen uns Arbeit ab. Besonders praktisch im Arbeitsalltag. Und ich rede hier nicht von Döner.
Wässriger Eisbergsalat, strohige Friséefetzen, schlappe Ruccolafäden. Verzehrfertig gewaschen und getrocknet in prallen Tüten. Najanagut - wär wohl auch ganz schön was los in der Büroküche, wenn das jeder selbst machen würde.
Geschnittenes, auf Geschmacksneutralität runtergekühltes Obst. Ok, ok. So muss Muddi halt nicht kiloweise Obst kaufen, um ein kleines gemischtes Schälchen für die Mittagspause zu haben. Hab ich verstanden.
Was aber bitte ist die Herausforderung beim Schälen einer Orange? Ich bin erschüttert.
So
23
Dez
2012
Driving Home for Poached Egg.
Driving Home for Christmas. Darf man nicht schreiben, las ich heute mehrfach bei facebook. Mir doch piepegal!
Ich singe auch mit bei "Last Christmas". Ich tue das laut und gern, denn das gehört dazu zu meinem Weihnachten. Ich schaue mit nie enden wollender Begeisterung "Der kleine Lord" und "Drei
Nüsse für Aschenbrödel", ich entzünde Räucherkerzen, sitze im Pyjama rum, bis es dämmert. Ich mache, was ich will. Den ganzen Tag.
Und noch etwas darf Weihnachten im Hause Elli nicht fehlen: Eier. Wachsweiche Eier zum Frühstück.
Do
29
Nov
2012
Ran an den Speck und rum um den Hals.
Um den Hals? Speck?
Ganz recht. Es ist ein Schal. Und zwar aus 100% Seide. Mehr sage ich dazu nicht. Ach doch: Ich schenke mir das gute Stück zu Weihnachten.
Zu beziehen über natalieluder.ch
Sa
27
Okt
2012
Banana Bread - nicht ganz wie früher.
Ein Drei-Gänge-Menü koche ich mit einem Glas Wein in der Hand, den Durstigen stets nachschenkend, parlierend mit den anderen, ein Fuß wippt im Takt der Musik. Die Zigarette im Mundwinkel, lässig wie Lucky Luke. Ein Schuss hiervon noch, eine Prise davon, anrichten. Alles easy, altes Haus. Die Küche sieht danach meist aus als sei nichts passiert.
Ganz anders, wenn ich backe. Ich bekomme Schweißausbrüche. Wiege alles minutiös ab. Gern mehrfach. Kontrolle ist gut. Nach zigfacher Ofentür-auf/zu-Aktion und Piekserei mit Holz- und Metallstab hole ich das Ergebnis aus dem Ofen. Das Blöde am Backen ist, dass es zu spät ist, wenn Fehler sich bemerkbar machen. Kein Netz, kein doppelter Boden.
Mi
10
Okt
2012
Magenplüsch - oder wie man macht, dass Haferflocken schmecken..
Von überallher schimpft es: Was war denn DAS wieder für ein Sommer? Warum regnet es eigentlich die ganze Zeit? Ist das denn zu glauben - ich hab gestern die Heizung angemacht!
Ball flach halten, denk ich dann. Wir sind in Hamburg. Wem das nicht passt, der möge doch auswandern. Also ich für meinen Teil, ich mag den Herbst. Jetzt ist es raus.
Mo
24
Sep
2012
Der Höhepunkt einer Italienreise. Oder Kochen mit Guido und Tiziana Teil IV
Wirklich gute Pizza macht wahrhaftig glücklich. Habe ich unlängst über Nudeln behauptet? Sei's drum. Gilt auch für Pizza.
Doch was macht gute Pizza wirklich gut? Was oben drauf liegt, ist Geschmackssache. Auf den Teig kommt's an. Es gibt unendlich viele Faktoren, die beachtet werden wollen: Mehltyp, Hefemenge, Wassertemperatur, Knetzeit, Salzmenge, Zeit und Temperatur beim Gehenlassen. Jeder Pizzaiolo schwört drauf, dass sein Rezept - und NUR sein Rezept wirklich gut ist. Ich glaube, es kommt auf etwas anderes an:
Pizza braucht Liebe.
Mo
17
Sep
2012
Der Höhepunkt einer Italienreise. Oder Kochen mit Guido und Tiziana Teil III
Fortsetzung von Teil II:
Nudel? Das sagt man nicht. Pasta sagt der Kenner. Die Handfläche ist dabei gen Himmel gewandt, Daumen und Zeigefinger aneinandergelegt. Wer kann, hebt eine Augenbraue.
Pasta ist keinesfalls nur eine schnöde Nudel, es handelt sich hier um eine Glaubensfrage. "Tipo 00" wispert es geheimnisvoll von hier. "Mama mia, doch kein Mehl!"
- wettert es von dort. Hartweizengrieß ist das Geheimnis. Stichwort Proteingehalt. Es folgen Küchenweisheiten. Klebereiweiß und so. Gluten. Ihr wisst schon. Und was ist mit
Ei? "No! Solo Aqua". So hat wohl jede Familie ihre kleinen Geheimnisse, eine allgemeingültige Formel gibt es nicht.
Guido Senior macht es so:
Mi
12
Sep
2012
Der Höhepunkt einer Italienreise. Oder Kochen mit Guido und Tiziana Teil II
Fortsetzung von Teil I:
Nach dem, was Küchenchef Guido am Vorabend in seiner Küche veranstaltet hat, kann ich es kaum erwarten, ihm drei ganze Tage lang über die Schulter schauen zu dürfen.
Mir fällt auf: Ich habe schon viele Kochkurse geben dürfen, aber noch nie habe ich selber an einem teilgenommen. Ich binde mir die schwarze Schürze um. Soll draußen doch die Sonne scheinen - ich finde hier mein Glück: glatte kühle Edelstahltische, ein imposanter Gasherd, eine alte Waage so groß wie ein kleines Auto, abgewetzte Messer so lang wie mein Bein.
Di
11
Sep
2012
Der Höhepunkt einer Italienreise. Oder kochen mit Guido und Tiziana Teil I
Italien – schon wieder Italien. Ist das nicht langweilig? Was soll ich denn woanders, wenn's mir doch da so gut gefällt? Sag ich und will auch dies Jahr wieder hin. Da lässt es sich nämlich ganz formidabel urlauben und schlemmen.
Die folgende Italienreise ist so intensiv, dass ich sie nicht auf einen Beitrag herunterbrechen mag. Ich kann es nicht. Hier kommt Teil I:
Di
15
Mai
2012
Diese Bohne macht mich glücklich. Oder Edamame ist kein Käse.
"Eda-MA-me", erklärt mir die kleine hutzelige Frau im Asiamarkt freundlich. Mit Betonung auf der vorletzten Silbe. Ich begegnete Edamame erstmals in dem Buch 1Q84 von Haruki Murakami. Persönlich kennenlernen durfte ich sie etwas später als "Nr. 20" im echtasien - einem kleinen Sushiladen bei mir ums Eck. Seitdem ist sie oft bei mir zu Besuch.
Fr
30
Mär
2012
Elli kocht wie Omma - Halbzeit. Und was kommt am Wochenende auf den Tisch?
Viel Zeit hab ich nicht, aber ein paar Impressionen sollt Ihr sehen, ein paar Worte sollt Ihr lesen: Zu allererst: DANKE. Danke, dass Ihr uns besuchen kommt und danke, dass Ihr so großartige Gäste seid.
Es gab Königsberger Klopse, Hühnerfricassée Senfeier, Matjes, Wurstsalat, Falschen Hasen, Rote Grütze, Kalten Hund. Dazu bäckt Bea einfach unfassbar gute Kuchen. Für den Rübli hat sie bereits einen Heiratsantrag bekommen.
Mi
14
Mär
2012
Elli kocht wie Omma. Oder: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.
Knuspriger Schweinekrusten-braten, Matjes mit Apfel-Zwiebel-Schmand, dampfende gelbe Pellkartoffeln mit grüner Sauce, Falscher Hase, Königsberger Klopse, Senfgurken, Handkäs mit Musik, Kartoffelsuppe mit Knackwurst, Eier im Glas, Rote Grütze mit Vanilleeis, Kalter Hund...
Fr
17
Feb
2012
Ein schöner Rücken kann auch entzücken. Oder: Lesen!
Ich stehe vor meinen Bücherregalen und schlendere so mit den Augen über die Berge und Täler der unterschiedlich bunten Buchrücken auf der Suche nach noch nicht Gelesenem.
Es sind Exemplare dabei, die ich bei intellektuellem Besuch gern zufällig umherliegen lasse. Jedoch auch ein paar, die ich irgendwann bewusst ganz oben hinten links platzierte. Man soll sie nämlich eigentlich gar nicht sehen, sie machen lediglich Masse. Wieder andere lassen mich leise zischend einatmen – sie erinnern mich daran, dass sie längst dem ürsprünglichen Eigentümer hätten zurückgegeben werden müssen.
Do
26
Jan
2012
Meine freundin mag es schwarzweiß.
Rezeptstrecke in der freundin 3/2012.
Fotos: Mirjam Fruscella. Rezepte & Foodstyling: Eliane Muller
Over. Bitte kommen.
(Für's Protokoll: Die Rote-Bete-Möhren-Taler sind in meiner Welt wunderbar knusprig gebratene Blutwurstscheiben. Wurde kommentarlos umgeschrieben. Ich bin noch unsicher, ob ich das probieren möchte...)
Mo
09
Jan
2012
Himmel ist kein Ort. Himmel ist ein Geschmack.
Einen Tag vor Heiligabend holt Mama mich in Göttingen vom Zug ab. Ich bin zu Haus. Endlich. Das Jahr steckt mir in den Knochen. Mir ist nach Tee und Mamas großem Sofa. Von da sieht der Balkon am schönsten aus. Kräuter schmiegen sich in schweren Steintrögen aneinander, der Wind raschelt in den Bäumen, stille Steinengel gaukeln Weltfrieden vor.
Mama geht auf den Balkon (barfuß – das macht sie immer so) und zupft eine Plastiktüte unter dem kleinen von Engeln umsäumten Springbrunnen vor. Da fällt es mir wieder ein: Sie war angeln.
Mo
12
Dez
2011
Tischlein deck Dich. Oder wie sich dieses Gericht quasi selbst gekocht hat.
Was Ihr hier seht, wurde nicht nur für mich geerntet, es wurde auch bereits hübsch gewürfelt, liebevoll in eine schützende Pappschachtel gehüllt und in vitaminschonenden Tiefkühlschlaf versetzt. Meine Aufgabe bestand darin, es nach Hause zu tragen. Und das war vor ein paar Tagen das allerhöchste Maß an zumutbarer Anstrengung, denn ein grippaler Infekt nagte seit Tagen an mir.
Zu Hause angekommen weckte ich das Gemüse und badete es in etwas Rahm, Salz, Pfeffer und Muskat. In einem zweiten Topf kochten Eier 6einhalb Minuten wachsweich. Angerichtet mit etwas Petersilie und frisch geriebenem Meerrettich bestand meine Aufgabe jetzt nur noch darin, den Löffel zum Mund zu führen.
(Im Radio läuft gerade Smetanas Moldau - hachistdaslebenschön.)
Mi
07
Dez
2011
Pasta mit karamellisierten Birnenspalten und Schinkenchips
Schon damals bei "Birnen-Bohnen-Speck" schäkerte die saftigsüße Birne hemmungslos mit dem deftigrauchigen Schinken. Mittlerweile ist daraus eine innige Freundschaft geworden.
Heute treffen sich die beiden mit Lauchzwiebeln und Spaghetti zu einem würzigwinterlichen Pastaschmaus. Setzt Euch dazu und lernt die Truppe kennen. Ihr werdet Euch großartig unterhalten – ganz bestimmt...
Mi
16
Nov
2011
Glück im Unterholz
Gestern im Stadtpark. Achim Nottke erzählt mir mit Engelsgeduld zum Xten Mal Bibi Blocksbergs Abenteuer. Als unvermittelt drei kugelrunde graubraune Dinger in meinem Augenwinkel auftauchen.
Mein Herz hopst. Pilze! Herr Nottke hat Sendepause. Unter den prüfenden Blicken eines Beagels, dreier Rentner und einer Schulklasse verlasse ich den Spazierweg und zupfe die drei Kugeln aus dem laubbedeckten Unterholz. Festfleischige, junge, noch geschlossene Parasol-Pilze. Gleich dahinter ein weiterer großer. Alle vier dürfen mit zu mir nach Hause.
Während drei von ihnen noch in Zeitungspapier gewickelt auf dem Balkon warten, wird der erste sofort ein Omelette:
Do
10
Nov
2011
Sardische Sommer-Sehnsucht
In hamburger Nebelsuppe dümpelnd träume ich vom sardischen Sommer. Im Internet ist das ja so eine Sache mit den Sinnen, ich möchte Euch trotzdem in meinen kleinen Tagtraum einladen. Zumindest virtuell.
Diesen ersten Beitrag über die Insel, in die ich mich vergangenen Sommer nachhaltig verliebte, möchte ich Laura und Gianpalo widmen. Sie betreiben das Agriturismo "Predas Rujas" an der Ostküste Sardiniens, südlich von Olbia gelegen. Hier bekommt man eine ungefähre Vorstellung davon, was sardische Gastfreundschaft ist...
Di
08
Nov
2011
Wunderbare Wunderbeere
Am kommenden Freitag beginnt um 19:00 die "Nacht der Wunder" in den Deichtorhallen.
Zaubertricks soll es da geben. Und "Aktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene". Zugegeben – das klingt jetzt nicht viel spannender als die Sendung mit der Maus.
Ganz, ganz doll spannend hingegen finde ich die angekündigte "Geruchsbar" vom Deutschen Zusatzstoffemuseum. Dort möchte ich nämlich die Wunderbeere kennenlernen. Sie kommt aus Afrika, ist rot und in etwa so groß wie eine Kirsche. Der von der afrikanischen Beere produzierte Stoff MIRACULIN sorgt für an Wunder grenzende Geschmacksverirrungen:
Er verstärkt nicht nur die Wahrnehmung von Süßem, er macht auch, dass Saures und Scharfes plötzlich zuckersüß schmeckt. Nach ein paar Stunden soll dann alles wieder so sein wie vorher. Ein neuer Diättrend, eine Idee für die kommende Dinnerparty oder einfach nur ein wunderbares Erlebnis?
Ich bin gespannt...
Sa
05
Nov
2011
Rote-Bete-Pastasotto mit Kürbisspalten
Die Blätter färben sich orange, es dämmert immer früher und wir dürfen unsere dicken Pullover auspacken. Endlich Tee trinken, heiß baden, Kerzen anzünden und die Heizung anstellen.
Dazu gibt es herbstliches Soulfood: Cremig-schlotzig-würzig schmeichelt es dem Gaumen und macht uns bereit für einen trägen Wollsocken-Abend auf dem Sofa. Dazu ein Glas Rotwein.
Kann es jetzt noch Regnen, bitte? Das prasselt so schön ans Fenster...
Fr
04
Nov
2011
Meine neue Mitbewohnerin
Darf ich Euch meine neue Mitbewohnerin vorstellen? Erst vergangene Woche lernte ich sie online kennen. Bei ebay.
Gut – sie ist schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. So gut, dass sie seit gestern bei mir wohnt.
Heute Früh haben wir erstmals gemeinsam Kaffee getrunken. Frisch gemahlen und im Handfilter aufgebrüht.